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Journées photographiques de Bienne, 9.-31.5.2026

wir / nous
Purple Eye

Das Kollektiv Purple Eye entwickelt eine fotografische Praxis, die eng mit zeitgenössischen feministischen Mobilisierungen verbunden ist, insbesondere mit Frauendemonstrationen*, die ein zentrales Feld der Beobachtung, des Engagements und der Bildproduktion in ihrem Ansatz darstellen. In diesen Räumen des Kampfes wird die Fotografie gleichzeitig zu einem Dokumentationsinstrument, einer Geste der Solidarität und einem politischen Akt: Sie hält die Körper in Bewegung, die Formen der kollektiven Präsenz, die Slogans, aber auch die Emotionen und die Dynamik der Unterstützung fest, die diese Versammlungen durchziehen.

Ihre Arbeit zu den Demonstrationen beschränkt sich nicht auf eine reportageartige Logik. Es handelt sich um eine situative Praxis, die auf die Entstehungsbedingungen der Bilder und deren Möglichkeiten im öffentlichen Raum achtet: Anerkennung, Weitergabe, Erinnerung und Stärkung von Allianzen. Die von Purple Eye produzierten Bilder tragen somit zum Aufbau eines visuellen Archivs der zeitgenössischen feministischen Kämpfe bei, in dem das Kollektiv Vorrang vor dem Individuum hat und Sichtbarkeit zu einem gemeinsamen politischen Anliegen wird.

Purple Eye ist ein Verein und eine kollaborative Plattform, die darauf abzielt, die öffentliche Sichtbarkeit jedes einzelnen Mitglieds zu erhöhen. Getragen von feministischen Überzeugungen und Werten wie Solidarität, Austausch und Zusammenhalt statt Konkurrenz, versucht das Kollektiv, die strukturellen Hindernisse zu überwinden, mit denen Frauen* beim Zugang zu einem nach wie vor weitgehend von Männern dominierten Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Das Kollektiv wurde während des Frauenstreiks 2019 unter dem Namen Frauenstreikfotografinnen* gegründet und zählte damals 35 Mitglieder – Frauen und nicht-binäre FotografInnen. Seitdem hat es sich kontinuierlich weiterentwickelt und sich nach und nach als Ort der gegenseitigen Unterstützung, der Bildproduktion und der kritischen Reflexion über die Arbeitsbedingungen im Bereich der Fotografie etabliert.

Im Rahmen des Festivals steht die Arbeit von Purple Eye in direktem Zusammenhang mit dem Thema der Verletzlichkeit als Gemeingut. Die fotografierten Ereignisse erscheinen als Räume, in denen Fragilität und Macht nebeneinander existieren: Orte, an denen Körper und Erzählungen ausgestellt werden, aber auch Orte aktiver Solidarität und politischer Neugestaltung.

Ihre Praxis bevorzugt eine Ästhetik der Nähe und des Prozesses. Die Bilder, die oft in kollektiven und sich verändernden Kontexten entstehen, lehnen Spektakularisierung zugunsten einer Fokussierung auf Beziehungen, Gesten und Formen der gegenseitigen Hilfe ab. Sie verlagern die Fotografie in eine relationale Funktion: nicht nur zeigen, sondern begleiten, unterstützen, eine Präsenz ermöglichen.

Bei Purple Eye ist das Bild niemals ein eigenständiges Ergebnis, sondern Teil eines Netzwerks von Praktiken, Kämpfen und Kooperationen. Es fungiert als Raum der gemeinsamen Sichtbarkeit und des Austauschs, in dem gerechtere und inklusivere Formen der Darstellung ausgehandelt werden. Mit diesem Ansatz bekräftigt das Kollektiv die Fotografie als Instrument der Emanzipation und als Ort der gemeinsamen Gestaltung.

*Fotografinnen : Frauen und nicht-binäre Personen

Co-Kuratorin: Anne Wyrsch

Herstellungsjahr: 2019

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