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Journées photographiques de Bienne, 9.-31.5.2026

Between the Shadows
Annette Boutellier

Der Naturwald entfaltet sich hier als lebendiger Organismus, als eine vielschichtige Einheit, deren scheinbares Chaos eine subtile Struktur offenbart, getragen von unsichtbaren Gleichgewichten. In diesem uralten Ökosystem koexistieren Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen in einem Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeiten. Jede Veränderung ruft eine Reaktion hervor, jede Störung führt zu einer Neuordnung. Diese Fähigkeit zur Anpassung ist nicht nur ein ökologischer Prozess, sondern auch Ausdruck einer existenziellen Dynamik: eine permanente Spannung zwischen Verschwinden und Regeneration, Zusammenbruch und Erneuerung. Die Bilder machen die stille Dichte dieser Räume sichtbar, ihre archaische Kraft ebenso wie ihre Fragilität.

Angesichts der Klimakrise und der irreversiblen Zerstörung ursprünglicher Ökosysteme, erscheinen diese Landschaften als Territorien des Widerstands, zugleich aber auch als sensible Archive einer bedrohten Welt. Zwischen Licht und Dunkelheit, Wachstum und Verfall öffnet sich ein Wahrnehmungsfeld, in dem die Überlebensstrategien einer Natur sichtbar werden, die von einer langsamen, evolutiven und nicht anthropozentrischen Intelligenz geleitet wird. Der Wald wird so zum Spiegel unserer eigenen Existenz – ein Ort, der an die tiefe Verflechtung zwischen dem menschlichen Schicksal und dem der natürlichen Lebensräume erinnert. Er ruft eine Reflexion über Verletzlichkeit als Stärke, über Resilienz als Prozess und über die Notwendigkeit eines aufmerksamen, respektvollen und fürsorglichen Blicks hervor. Die fotografische Arbeit verbindet die äußere Landschaft mit einer inneren, mentalen und sensiblen Dimension. Zwischen den Schatten öffnen sich Schwellenräume, in denen das Bild sichtbar macht, was sich der Sprache entzieht: das Diffuse, das Fragile, das Unsagbare.

Between the Shadows lädt zu einer Durchquerung dieses Dazwischen ein, eines poetischen und politischen Territoriums zwischen Chaos und Ordnung, Verschwinden und Fortbestehen, greifbarer Welt und innerer Landschaft, in dem die Fotografie zu einem Ort der Kontemplation, der Erinnerung und des Bewusstseins wird.

Hestellungsjahr: 2025

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