Le bruit que nous faisons assis là, sans qu’aucun de nous ne bouge
Aude Mayer
Aude Mayer erforscht auf singuläre Weise Wahrnehmungsformen und die Art und Weise, wie der situierte Körper – zugleich fragil und aufmerksam zugleich – von seinen Grenzen durchzogen wird und in Beziehung zur Welt tritt. Durch einen zutiefst sensiblen Ansatz entwickelt Aude Mayer eine Praxis, die auditiven, taktilen und körperlichen Wahrnehmungen eine zentrale Rolle einräumt. Ihr Werk gibt dem Gestalt, was sich dem Blick gewöhnlich entzieht – Stille, Vibrationen, Mikrosensationen – die unsichtbaren Rhythmen des Körpers. Die Fotografie wird dabei zu einem Raum des visuellen Hörens, zu einem Territorium, in dem sich die Sinne verschieben, neu zusammensetzen und erfinden und so andere Formen des Wahrnehmens und Erlebens der Wirklichkeit eröffnen.
Indem sie sichtbar macht, wie Verletzlichkeit , hier im Zusammenhang mit Hörbeeinträchtigung, zu einer Wahrnehmungskraft werden kann, schlägt ihre Arbeit eine Erfahrung vor, in der der Blick nicht mehr dominierend, sondern geteilt ist und in der sich die Sensorik auf oft marginalisierte Dimensionen ausweitet. Diese Haltung steht in direktem Resonanzverhältnis zu den Anliegen des Festivals, das Care als Aufmerksamkeit gegenüber Körpern, geschwächten Wahrnehmungen und alternativen Formen des In-der-Welt-Seins versteht.
Das Werk von Aude Mayer lädt das Publikum dazu ein, das Verhältnis zwischen Bild und Wahrnehmung, zwischen Fragilität und Schöpfung neu zu denken und einen sinnlichen Raum zu betreten, in dem das Sichtbare mit dem Unsichtbaren – oder dessen unsichtbarem Anteil – in Dialog tritt.
Hestellungsjahr: 2022-2024