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Journées photographiques de Bienne, 9.-31.5.2026

One Bed, Two Blankets, 49 Rules to Move Out Peacefully
Sabine Hess et Nicolas Polli

Das Projekt von Sabine Hess und Nicolas Polli entsteht aus diesem behutsamen Zuhören und aus einer sorgfältigen Aufmerksamkeit gegenüber den gewöhnlichen Gesten, den Objekten, den Rhythmen und den Mikro-Ereignissen, die den Alltag eines Paares ausmachen, das einen gemeinsamen Raum teilt. Im Zentrum des Ateliers Robert befragen sie den Raum, den sie gemeinsam bewohnt, geformt und durchquert haben. Sie beobachten, wie zwei Körper miteinander in Beziehung treten, sich anpassen, sich streifen und innerhalb einer Alltagsarchitektur koexistieren, die aus Stille, kleinsten Gesten und kaum wahrnehmbaren Ritualenbesteht. Jedes Objekt wird zur Spur, jedes Bild zu einem Atemzug, jedes Fragment zu einer schwebenden Erinnerung.

An der Schnittstelle von Fotografie und Installation offenbart ihre Arbeit die fragile Poesie des Zusammenlebens: jenes instabile Gleichgewicht zwischen Bindung und Loslösung, Präsenz und Rückzug, Kontinuität und Transformation. Diese Arbeit verortet sich zugleich in einem Übergangsmoment: dem Verlassen dieser Residenz, nicht als Bruch verstanden, sondern als bewusster, klarer und zutiefst gelebter Übergang. Das Atelier wird zu einem Raum, der von Erfahrungsschichten durchzogen ist, in dem jede Spur, jede Anordnung, jedes Bild die Erinnerung an eine gemeinsam gelebte Zeit trägt. Weggehen verwandelt sich so in einen sensiblen Akt, in eine Geste der Würdigung gegenüber dem Ort und dem, was er ermöglicht, aufgenommen und geschützt hat.

Nach mehreren Jahren des Lebens und Arbeitens in diesem Raum versteht sich die Ausstellung als letztes Kapitel als eine Weise, die emotionalen und logistischen Herausforderungen zu begleiten, die mit dem Verlassen eines Ortes verbunden sind, der zu einem zentralen Bestandteil ihrer persönlichen und künstlerischenGeschichte geworden ist.

Das vorgeschlagene Dispositiv macht eine sensible Kartografie des Wohnens sichtbar, in der der Ort nicht mehr nur Rahmen ist, sondern ein relationaler Organismus, geformt durch Interaktionen, gegenseitige Fürsorge und intime Erzählungen. Indem das Projekt die fragile und wandelbare Dimension des Zusammenlebenserfahrbar macht, steht es in enger Resonanz mit dem Begriff der Vulnerabilität: als Aufmerksamkeit, Verantwortung, Zuhören und Anerkennung des Anderen. Gleichzeitig verwandelt sich das Atelier in eine innere Landschaft, in einen Resonanzraum, in dem sich Erlebtes, Zeit und Erinnerung überlagern. Der Raum ist nichtlänger nur ein Behälter, sondern eine Haut, ein gemeinsamer Atem, ein affektives Territorium, geprägt von der Sanftheit der Gewohnheiten und der Spannung der Metamorphosen.

Um diese Erfahrung zu verlängern, wird «The Last Slice» (31.5.26, 16 :30) das Festival im Atelier Robert beschließen (Gesprächsmomente, Zeiten des Austauschs, sensible Aktivierungen rund um eine Pizza) und das Publikum dazu einladen, zu entschleunigen, sich Zeit zu nehmen, den Ort zu bewohnen, dort zu verweilenund ihn in seiner relationalen und zeitlichen Dimension zu erfahren. Diese Begegnungen ermöglichen ein schrittweises Eintauchen in den Raum und lassen die Residenz nicht als blossen Ausstellungsort erscheinen, sondern als einen Ort, den man erleben, durchqueren und gemeinsam aneignen kann. Das Atelier-als-Ausstellung wird hier zu einem lebendigen Raum, durchzogen von Präsenzen, Erinnerungen und noch nachwirkenden Gesten.

Herstellungsjahr: 2026

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Zugehörige Veranstaltungen
31.—31.5.26, 16:30 (fr/de/en) / Atelier Robert

Finissage: Last Slice

Talk mit Sabine Hess et Nicolas Polli, anschliessend Pizza-Apéro.

Orte

Atelier Robert

Paul Robert Weg 11
2502 Biel/Bienne

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