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Journées photographiques de Bienne, 9.-31.5.2026

1534 Days
Rafał Milach

Nach der gross angelegten Invasion der Ukraine durch Russland am 24. Februar 2022 überquerten mehr als 28 Millionen Geflüchtete — überwiegend Frauen und Kinder — die Grenze nach Polen, das zu einem zentralen Transitknotenpunkt für aus dem Krieg fliehende UkrainerInnen wurde. Von ihnen sind über 4,5 Millionen in die befreiten Gebiete zurückgekehrt. Seit 1.534 Tagen verteidigt die Ukraine ihr Territorium, und der Kreislauf von Migration, Rückkehr und Binnenvertreibung hält unvermindert an. Russlands Informationskrieg zielt darauf ab, die europäische Solidarität mit der Ukraine zu untergraben und das Bild des andauernden Konflikts zu verzerren. Als Reaktion auf diese Desinformationskampagnen stellt die Ausstellung persönliche Zeugnisse in den Vordergrund, die Versuche der Verfälschung jüngster Geschichte hinterfragen, indem sie den Krieg in gelebter Erfahrung verankern. Sie verdichten den Krieg zu einem privaten Raum, in dem ukrainische Geflüchtete ihre traumatischen Erfahrungen schildern. Bitte nehmen Sie mindestens ein Zeugnis mit und lesen Sie es zu Hause.

Die Installation rekonstruiert einen häuslichen Raum. Tapeten, Bilder ukrainischer Landschaften und zerstörter Architektur sowie Videozeugnisse existieren in einem fragilen Gleichgewicht zwischen Sichtbarem und Verborgenem nebeneinander. Unter der Oberfläche der Wände treten Spuren des Krieges immer wiederhervor und spiegeln wider, wie Gewalt und Verlust in den Alltag einsickern, ohne je ganz zu verschwinden. Im Zentrum der Ausstellung lädt ein Block gedruckter Zeugnisse die BesucherInnen ein, einen Text mitzunehmen. Diese Geste verlängert die Ausstellung über den Museumsraum hinaus in den privaten Alltag der Besucherinnen und verwandelt öffentliche Geschichte in eine persönliche Begegnung. Lesen wird zu einem Akt der Aufmerksamkeit, der Verantwortung und der Fürsorge.

Die Zeugnisse, gesammelt in der Ukraine und in Polen zwischen 2022 und 2024, sind Teil der Ressource „Uatlas. War Migration Record“.
AutorInnen: Olena Tkachenko, Kateryna Drobovik, Mika Nechiporenko, Agnieszka Rodowicz, Mykhailo Palinchak, Karolina Gembara.

Herstellungsjahr: 2026

Mitfinanziert vom Ministerium für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen.

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