Zwischenstock, Salons
Patrizia Karda
Bei den Bildern von Patrizia Karda handelt es ich um fotografische Aufnahmen architektonischer Gegebenheiten, die einen Innenraum beschreiben. Sie scheinen ereignislos, vom Menschen benutzt, aber doch verlassen. Die bauliche Gesamtheit wird bei den Abbildungen nie sichtbar. Die Ausschnitte aus grösseren Raumzusammenhängen sind immer das Resultat eines Konzentrates der vorgefundenen Situation. Die extrahierten Ausschnitte weisen etwas Abstraktes, Absurdes, bühnenhaft Inszeniertes auf. Durch die Augenhöhe, von der aus die Aufnahmen gemacht werden, und die starre, direkte Frontalität, wird dem Betrachter eine gewisse Objektivität suggeriert, doch ist sie mit einem subjektiven Kommentar versehen. Die fotografischen Arbeiten bewegen sich zwischen Chaos, Ordnung und Ornamentik. Sie behaupten sich durch formale Prägnanz, atmosphärische Dichte sowie durch ihre Langsamkeit und ihr Beharren auf Unspektakulärem.
Die Arbeit «Salons» wurde im Nobelferienort Montreux aufgenommen. Die «Salons I–III» lassen dem Betrachter offen, ob die Räume für die Aufnahme inszeniert, oder so vorgefunden wurden. Jedes der drei Bilder verweist durch ein Detail oder durch einen Durchblick auf das nächste und bilden so eine Geschlossenheit untereinander. Durch die lange Belichtungszeit, in der das Licht gewandert ist, bekommen die Interieurs eine ungeahnte Stofflichkeit, «Die stimmungsvolle Atmosphäre oszilliert zwischen Bedrücktheit und Neugierde für das lauernde Unbekannte und mündet zu Filmrequisiten die die stimmungsvolle Atmosphäre von einst artifiziell aufrechterhalten.»